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Praxis

Chancen und Herausforderungen der Plattformarbeit – Perspektiven aus der Praxis

Text: Benedikt Franke, Sarah Jochmann, Arne-Christian Sigge, Irina Kretschmer

In diesem Beitrag stellen vier Expert*innen ihre Perspektive auf Plattformarbeit vor. Sie haben an „Labs“ zum Thema Plattformarbeit teilgenommen, welche die Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft des BMAS im Mai 2019 durchgeführt hat.

BIO

Die „Labs“ der Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft des BMAS brachten zwei interdisziplinär zusammengesetzte Gruppen von jeweils 15 Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Teilgenommen haben Plattformbeschäftigte aus dem Bereich der Gig- und Online-Arbeit, Vorstände unterschiedlicher arbeitsbezogener Plattformen, Vertreter*innen von Gewerkschaften, Expert*innen der Sozialversicherungen, Arbeits- und Sozialrechtler*innen aus der Wissenschaft und der Praxis, Wirtschaftsinformatiker*innen und Soziolog*innen aus unterschiedlichen Forschungsprojekten sowie Expert*innen der OECD.

Mit den Labs verfolgte das BMAS drei Ziele:

  • Wir wollten frühzeitig externe Perspektiven und Expertise aus unterschiedlichen Bereichen in die interne Diskussion des Ministeriums einbeziehen.
  • „Menschen aus der Praxis“ sollten Ideen für die Gestaltung guter Plattformarbeit einbringen können.
  • Die Denkfabrik wollte ein neues Format zur beteiligungsorientierten Politikgestaltung erproben.

Die Gruppen erarbeiteten in einem auf vier Tage angelegten Prozess eine Beschreibung der Herausforderungen und entwickelten gemeinsam Handlungsempfehlungen. Unsere Erfahrung mit dem Format der Labs war: Die Mitwirkenden lassen sich stärker als bei klassischen Workshops auf die Positionen und Perspektiven der anderen Teilnehmenden ein und entwickeln auf Grundlage einer gemeinsamen Beschreibung von Herausforderungen konsensfähige Ideen. Das Ministerium hatte sich darauf beschränkt, eine allgemeine Fragestellung für die Labs zu formulieren und über die Zusammensetzung der Gruppe zu entscheiden. In der inhaltlichen Schwerpunktsetzung und Ausrichtung der von ihnen entwickelten Handlungsvorschläge waren die beiden Gruppen frei.

Herausforderungen der Plattformökonomie

Trotz unterschiedlicher methodischer Herangehensweisen identifizierten die Labs im Wesentlichen vergleichbare Herausforderungen in der Plattformökonomie und entwickelten daraus sich überschneidende Handlungsansätze: So standen im Arbeitsrecht insbesondere eine bessere Durchsetzung des bestehenden Rechts sowie leichter zugängliche Verfahren zur Klärung des Status für Arbeitnehmende zur Diskussion. Nach Ansicht der Lab-Teilnehmenden können sozialpartnerschaftliche und / oder staatliche „Siegel für gute Plattformarbeit“ sowie Empfehlungen für Mindesthonorare sinnvolle Ergänzungen sein. Im Hinblick auf mögliche weiter gehende Regelungen zu Mindesthonoraren sowie zur kollektivrechtlichen Organisation von Selbstständigen wiesen die Teilnehmenden der Labs auf die Einschränkungen des europäischen Kartellrechts hin. Im Bereich des Sozialversicherungsrechts konzentrierten sich die Handlungsansätze auf die Möglichkeit, Selbstständige in die Rentenversicherung einzubeziehen und dabei im niedrigen Einkommenssegment für eine Unterstützung der Beitragszahlungen zu sorgen. Weitere Aspekte betrafen die Stärkung der Transparenz und der Kontrolle von Bewertungsverfahren auf Plattformen sowie eine Stärkung der Datenhoheit von Plattformbeschäftigten, um Lock-in-Effekte und Abhängigkeiten gegenüber Plattformen zu reduzieren.

Im Folgenden stellen vier Expert*innen aus den Labs ihre Perspektive auf Plattformarbeit vor.

Benedikt Franke: Das Potenzial digitaler Plattformen

2014 haben wir mit Helpling eine der ersten digitalen Plattformen zur Vermittlung haushaltsnaher Dienstleistungen in Europa gegründet und sind heute in zehn Ländern aktiv. In den letzten Jahren wurde unsere Plattform von Millionen Haushalten und Anbietern genutzt, um miteinander zu arbeiten. Dies zeigt: Plattformen sind de facto in der Lebenswirklichkeit angekommen.

Doch worin besteht das Potenzial von Plattformen in der Organisation von Arbeit, welches auch dem Geschäftsmodell von Helpling zugrunde liegt? Vor allem sind Plattformen eine Organisationsform von höchster Effizienz: Plattformen erleichtern die Suche und Kommunikation, helfen bei der Organisation und Terminierung, bieten Zugang zu elektronischen Zahlungsmethoden und schaffen nicht zuletzt Vertrauen auf beiden Seiten. Plattformen senken also die Transaktionskosten der Beteiligten erheblich. Durch den Einsatz von Technologie liegen die Organisationskosten kleinerer Einheiten auf einmal unter denen größerer Unternehmen. Helpling ist das SAP für den Kleinunternehmer, das auch noch Kunden vermittelt.

Unsere zentrale Herausforderung als Unternehmen besteht darin, Helpling als Plattform so zu gestalten, dass sie unseren Nutzer*innen den größtmöglichen Mehrwert bietet. Wir sind davon überzeugt, dass die Verfügbarkeit und die Qualität der Anbieter*innen entscheidend für den Erfolg einer Plattform sind. Daher muss eine erfolgreiche Plattform immer darauf abzielen, möglichst attraktiv für die Anbieterseite zu sein. Entscheidend für die Nutzerinnen unserer Plattform sind die absolute Autonomie und Flexibilität in der Gestaltung ihrer Arbeit einschließlich der freien Preisgestaltung sowie die Unabhängigkeit von einzelnen Auftraggebern. Letzteres gewährleisten wir dadurch, dass wir die Plattform bei Haushalten bewerben und so konstant Nachfrage generieren.

Auch der Staat könnte erheblich von den technologischen Möglichkeiten der Plattformen profitieren. Potenzial liegt etwa in der automatischen Abführung von Beiträgen oder der direkten Anrechnung von Steuervorteilen.

Plattformen in der Diskussion

Weshalb sehen sich Plattformen trotz des offensichtlichen Potenzials politischer Kritik ausgesetzt? Die Diskussion entzündet sich an zwei Punkten, die im Grunde nicht plattformspezifisch sind. Plattformen in Branchen mit geringen Einkommen sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, prekäre Arbeit zu vermitteln, selbst wenn die Einkommen über dem Branchenschnitt liegen. Dies ist etwa in der Taxibranche oder bei haushaltsnahen Dienstleistungen der Fall. Wenn Plattformen zudem selbstständige Dienstleister*innen vermitteln, stehen die Absicherung und der Zugang Selbstständiger zur sozialen Sicherung im Vordergrund der Debatte. An dieser Stelle sehen wir ebenfalls großes Potenzial und bemühen uns, unsere Perspektive aus zehn unterschiedlichen Märkten als Gesprächspartner zur Verfügung zu stellen. So kann eine Sozialpartnerschaft der Zukunft gestaltet werden, zu der auch Plattformen gehören.

Sarah Jochmann: Herausforderungen für Gewerkschaften bei der Organisierung von Plattformarbeiter*innen

Der Einsatz neuer Technologien hat es möglich gemacht, dass Plattformen im digitalen Raum als Arbeitsvermittler auftreten. Im Moment sind ca. fünf Prozent der Arbeit am Arbeitsmarkt über Plattformen organisiert. Dieser Anteil wird in Zukunft noch ansteigen, und andere Arbeitsmodelle werden verdrängt. Ein hoher Schutzbedarf von Plattformarbeiter*innen, gerade der Solo-Selbstständigen, entsteht, weil durch die Vergabe der Aufträge eine Abhängigkeit geschaffen wird. Dies führt zu einer strukturellen Ungleichheit und Machtasymmetrie, Plattformarbeiter*innen haben keinen direkten Kontakt zu den Auftraggeber*innen/Kund*innen. Wie lässt sich durch Regulierung sicherstellen, dass Arbeitsbedingungen nicht ausgehöhlt werden, wenn Arbeit wie eine Ware auf Plattformen feilgeboten wird? Wie kann erreicht werden, dass hier Arbeitsplätze geschaffen werden, die der Gesellschaft zugutekommen können?

Digitales Zugangsrecht für Gewerkschaften

Der Arbeitskampf von Fahrradkurier*innen hat gezeigt, wie schwierig die Orga­nisierung von Branchen ist, die über Plattformen arbeiten. Nur ein Viertel der 40 Lieferando-Standorte in Deutschland hat ein Office, in dem sich die Fahrer*innen treffen und die Gewerkschaft Aushänge machen kann. Es braucht phy­sische Begegnungsstätten, um sich untereinander zu organisieren. Diese Dezen­tralisierung von Arbeitsplätzen nutzen Arbeitgeber für sich aus. Hier fehlt ein digitales Zugangsrecht für Gewerkschaften, um auf den digital organisierten Plattformen ihren Mitgliedern Informationen geben zu können.

Tarifbindung stärken

Viele Fahrradkurierinnen arbeiten nur für ein bis drei Monate und haben weder Ahnung, was eine Gewerkschaft ist, noch, dass diese ihre Rechte vertreten kann. Hinzu kommen sprachliche Barrieren. Das Vertrauen und die Loyalität zum Arbeitgeber ist anfangs ungebrochen. Werden gegenteilige Erfahrungen gemacht, wechselt man lieber den Arbeitgeber, als für seine Rechte zu kämpfen.

Mitbestimmung auch auf Plattformen sollte möglich gemacht und auf betrieblicher Ebene gestärkt werden. Tarifbindung muss wieder attraktiver werden. Möglich wäre es, Unternehmen, die sich an einen Tarifvertrag halten, durch Steuererleichterungen zu belohnen.

Organisierung von befristeten Beschäftigten unterstützen, Arbeitnehmerstatus prüfen

Viele Fahrer*innen kämpfen mit Ketten- und sachgrundlosen Befristungen. Dies macht es ihnen schwer, sich zu organisieren oder einen Betriebsrat zu gründen. Hier fehlen Schutzmechanismen für Gremien mit befristeten Mitgliedern. Dies war u. a. einer der wichtigsten Gründe für die eigenständige Organisierung der Fahrer*innen.

Hinzu kamen Unterwanderung des Mindestlohns durch fehlende Bezahlung der selbst mitzubringenden Arbeitsmittel wie: Mobiltelefon mit Datenvolumen, Arbeitskleidung und Fahrrad. Immer wieder kommt es zu falschen oder fehlenden Lohnzahlungen.

Gäbe es eine Implementierung des Amtsermittlungsverfahrens auf europäischer Ebene, hätten Gewerkschaften die Möglichkeit, ein Statusfeststellungsverfahren für den Arbeitnehmerstatus einzuleiten, würden sich Plattformen nicht so oft aus der Arbeitgeberverantwortung herausziehen können.

Dr. Arne Sigge: Geschäftspartner auf Augenhöhe – Crowdworker erfolgreich zu langfristigen und stabilen Partnern aufbauen

Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren nicht nur durch die Digitalisierung stark verändert. Verschiebungen in gesellschaftlichen Strukturen, Landflucht, häusliche Pflegesituationen und verändertes Freizeit- und Konsumverhalten fordern flexible Erwerbsmodelle vom Arbeitsmarkt.

In vielen Bereichen herrscht dafür noch beängstigender Stillstand. Hybride Erwerbsmodelle kollidieren teilweise mit den gefeierten, aber stellenweise überholten Errungenschaften des Sozial- und Arbeitsrechts des letzten Jahrhunderts. Derzeit werden noch viele moderne Erwerbsmodelle durch Rechtsunsicherheit, langwierige Statusfeststellungsverfahren, hohen Verwaltungsaufwand und nicht mehr zeitgemäße Rechtsvorschiften behindert.

Crowdworking-Plattformen: Chancen und Herausforderungen

Moderne Konzepte wie die Vermittlung von Mini-Aufträgen über eine Crowd-workingplattform an Solo-Selbstständige bieten auf der einen Seite vielen Chancen. So haben Menschen die Möglichkeit, am Arbeitsleben teilzunehmen, die nicht 40 Stunden pro Woche regelmäßig in einem Büro sitzen können, weil sie zu Hause Angehörige pflegen, sich um Kinder kümmern oder selbst so schwer erkrankt sind, dass eine Festanstellung mit regelmäßigen Arbeitszeiten nicht erstrebenswert ist oder nicht infrage kommt.

Für Auftraggeber liegt der Reiz u. a. darin, dass nun Projekte realisiert werden können, die früher nicht möglich waren, weil der Zugriff auf Expert*­innen fehlte, die auf klassischem Weg nicht zu finden waren, oder der projektbezogene Kapazitätsaufbau wirtschaftlich nicht vertretbar war. Auf der anderen Seite erfordert die Solo-Selbstständigkeit auch ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Eigenverantwortung, die nicht jedermann in die Wiege gelegt wurden. Aber auch wir Plattformen sind gefordert. Eine Plattform kann nur erfolgreich am Markt existieren, wenn sie es schafft, gute Crowdworker an sich zu binden. Nur so ist sichergesellt, dass die auf der Plattform agierenden Kunden zuverlässig qualitativ hochwertige Arbeit abgeliefert bekommen.

Code of Conduct für bezahltes Crowdworking

Um eine hohe Bindung der Crowdworker an die Plattform zu erreichen, sind respektvolle Kommunikation auf Augenhöhe und Transparenz in Bewertungs- und Einstufungsfragen Grundvoraussetzungen. Faire Bezahlung, die eine angemessene soziale Absicherung ermöglicht, klare Auftragsbeschreibungen, angemessene Bearbeitungszeiten und sinnstiftende Aufgaben sorgen für ein angenehmes Umfeld, in dem einerseits gerne gearbeitet wird und andererseits auch bedenkenlos beauftragt werden kann.

Das alles sind Punkte, die die Unterzeichner des Code of Conduct für bezahltes Crowdworking1 auf dem deutschen Plattformmarkt als Standards zu etablieren versuchen. Durch die angeschlossene Ombudsstelle ist sichergestellt, dass der Code of Conduct kein Papiertiger ist, sondern ein gelebtes Selbstverständnis fairer Arbeitskonditionen auf den unterzeichnenden Plattformen.

Wichtig bleibt, dass sich alle Beteiligten – Auftraggeber, Plattform und Crowdworker – immer wieder klarmachen, dass bei der kanalreduzierten Kommunikation im Internet am anderen Ende der Leitung ein Mensch sitzt.

Irina Kretschmer: Plattformökonomie mal ganz konkret

Crowdworker, Clickworker, Plattformarbeiter – es gibt viele Bezeichnungen für diese neue Arbeitsform. Vor allem aber gibt es große qualitative Unterschiede bei den Plattformen, in einigen Fällen ist deren schlechter Ruf nämlich durchaus begründet. Da sind aber auch die Leuchttürme – und die sollten der erklärte Maßstab sein.

Einloggen, Aufträge sondieren, und los geht der Arbeitsalltag: Crowdworking kann die Selbstständigkeit auf ein ganz neues Niveau heben. In meinem Fall ist das auch so, ich habe insbesondere auf der Plattform, mit der ich bevorzugt zusammenarbeite, sehr gute Erfahrungen gemacht. Allerdings ist jeder Anfang in der Selbstständigkeit schwer – und hier beginnen die Missverständnisse.

Selbstständig oder nicht?

Die aktuelle Rechtsprechung arbeitet sich langsam zu einem zeitgemäßen Verständnis vor, wie das jüngste Urteil des LAG München 2 zum Thema Crowdworking belegt. In der Regel dürften Crowdworker nämlich selbstständig sein – und genau darauf lege ich Wert: Ich möchte selbst entscheiden, wann ich wie viel arbeite und welche Aufträge ich überhaupt annehme. Und dann liegt es auch bei mir, wie hoch mein so generiertes Einkommen ausfallen kann. In diesem Punkt ist es bei der Plattformarbeit wie im ganz normalen Geschäftsleben: Je besser und erfolgreicher ich bin, desto mehr kann ich für meine Arbeit verlangen. Hier gibt es gute Aufstiegschancen, die jedoch Fleiß, Disziplin und Ausdauer voraussetzen. Im Gegenzug gibt es keine Garantie, dass die Plattform mir kontinuierlich ausreichend Aufträge anbieten kann – die gibt es aber für Selbstständige ohnehin nie. Warum sollte das also im Crowdworking so sein? Da bin ich selbst gefragt.

Fakt ist:

  • Die Plattform ist lediglich ein Marktplatz, auf dem ich bequem Aufträge generieren kann.
  • Ich entscheide frei, ob und welche ich davon annehme.
  • Der zu generierende Preis richtet sich nach der Qualitätsstufe, grundsätzlich kann ich jedoch verhandeln.

Viele Vorteile, wenige Nachteile

Natürlich könnte ich auch selbst Aufträge akquirieren, um mir den durchaus erheblichen Honoraranteil, den ich an die Plattform abführe, zu sparen. Unter dem Strich geht die Rechnung jedoch nicht auf, denn als Crowdworkerin kann ich

  • Zeit sparen und mich voll auf meine Arbeit konzentrieren,
  • mich darauf verlassen, dass mein Honorar bei Auftragsannahme schon bei der Plattform ist und mir direkt gutgeschrieben wird, sobald der Auftrag­geber meine Arbeit abgenommen hat,
  • davon profitieren, dass die Plattform sich an den Kosten der Künstlersozialkasse beteiligt, was meine Krankenversicherungsbeiträge halbiert.

Im Gegenzug verzichte ich darauf, mit den Auftraggebern persönlich in Kontakt zu treten. Alle relevanten Informationen können jedoch über das interne Nachrichtensystem ausgetauscht werden. Was zunächst als Nachteil erscheint, erweist sich in der Praxis oft genug als das Gegenteil: Sollte es nämlich Unstimmigkeiten geben, schaltet sich die Plattform vermittelnd ein. Für mich ist diese Form der Arbeit die optimale Lösung, zumal es durchaus möglich ist, die eigentlich anonymiserte Plattformarbeit mit einem sehr persönlichen und herzlichen Service zu begleiten.

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